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Arosa 2010

"Finde die Bratwurst!" Mit diesem heiteren Gesellschafts-Ratespiel für 13 Personen begann das Abenteuer Arosa 2010, der bereits achte Ausflug zu unserem Lieblingsturnier.

Die Teilnehmer: Fünf richtig gute Fußballer osmanischer Herkunft und acht Vertreter der deutschen Fußballschule, unter denen sich eine nicht näher bestimmte Anzahl von Nieten (auch: Bratwürste oder "Ayingers") befand.

Sinn des Spiels: Mittels der Technik des Zettelchenziehens zwei möglichst schlagkräftige Teams bilden.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Losfee Helmut hatte ein gutes Händchen, doch auch ihm gelang nicht die Quadratur des Kreises. Das Tückische an der Versuchsanordnung ist, dass sich eine Menge von x Bratwürsten oder Ayingers bei einer angenommenen Grundgesamtheit von x = 4 nun mal nicht so auf zwei Teams verteilen lässt, dass beide Teams bratwurst- oder ayingerlos ins Rennen gehen. Sportchef Tom kommentierte das Ergebnis jedenfalls mit den Worten: "Eine Bratwurst steht morgen auf jeden Fall auf dem Platz."

Vielleicht hatten wir unser Glück auch bereits bei der Hotelbuchung aufgebraucht. Dort hatten wir auf jeden Fall das große Los gezogen. Nach dreitägigem Aufenthalt in den sechs Deluxe-Doppelzimmern, sämtlichen Balkonen ringsherum und dem Alpin-Spa(ß)-Bereich lässt sich sagen: Das Kulm trägt seine fünf Sterne zurecht!

Wo sonst kann sich unser XXL-Sponsor einen Bademantel-Anprobeservice aufs Zimmer bestellen? Wo sonst bekommt ein muslimischer Mitbürger wie Ahmet koscheres Bündnerfleisch frisch mit dem Filettiermesser aufgeschnitten? Und Wittich auf Knopfdruck auch noch die fünfte Donnerregendusche hintereinander? Auch das 7-Gänge-Menü am Freitag erfüllte die Erwartungen. Nicht aller Esser zwar ("Gibt's hier keine Spätzle?"), aber wir haben nachgezählt: Es waren tatsächlich sieben Gänge.

Das Turnier selber dann: Herrlich wie immer, leidlich erfolgreich wie meistens (Ausnahme 2009). Dezimiert durch frühes Verletzungspech war es uns leider nicht möglich an den Vorjahreserfolg anzuknüpfen – und am Vorhaben, die Teamtrennung diesmal korrekt einzuhalten.

Feucht-fröhlichen Spaß bereitet hat dann aber auch das Zusehen an den Finalbemühungen der übrigen Teams. Seine Sympathie für das altdeutsch verteidigende Siegerteam "Les Choeurs de Gotteron" hat auch der multilinguale Moralapostel Helmut ("Libera, libri – non libro!") nicht mal ignoriert. Als ausgesprochen erfrischend erwies sich zudem die Gletscherprise, die It's-cool-Man-Hans in aschenbechergroßen Portionen auf unseren Handrücken verteilte. Von dem freundlichen Gruß aus der EHC-Küche (Motto: Bratwürste für Bratwürste) gar nicht zu reden.

Unsere Freundschaft zu den Veranstaltern um Bächi und Mario hat sich durch unser zeitiges Ausscheiden und das noch zeitigere Umschalten auf Freibierrunden ("Was ist jetzt mit der Rückzahlig?") eher noch vertieft. Man darf das durchaus als Kompliment werten, wenn sich Schweizer Staatsbürger mit 14-monatigem Vorlauf zu einem spontanen Gegenbesuch entscheiden.

Auch kulinarisch war 2010 einiges geboten. Sämtliche Geschmäcker unter einen Hut zu bringen, erwies sich zwar als ähnlich knifflige Aufgabe wie das gerechte Verteilen der o.g. Bratwürste, doch nach zweistündiger Recherche und Georgs entschlossenem Machtwort ("Echt, da gibt's Quöllfrisch?") waren am Samstag alle zufrieden mit dem am anderen Ende der Graubündner Bergwelt gelegenen "Buurestübli".

Mit der schlüssigen Argumentation "Pizza essen kann ich auch daheim - gibt's hier kein Schnitzel mit Pommes?" hatte Fatih zuvor erfolgreich gegen einen Besuch des bewährten Italiener "Grottino" votiert. Kompliment noch an Ahmet: Er kann nicht nur Bündnerfleisch, sondern auch Käsefondue. Wenn er so weitermacht und -isst, wird er noch ein richtiger Schweizer!

Hervorzuheben ist auch unbedingt die Infrastruktur des 3000-Seelen-Luftkurorts. Erstmals in der 20-jährigen Vereinsgeschichte erfolgte die Anreise zu einem Turnier per Bus, wenngleich sich die Flexibilität des Fahrers in Grenzen hielt ("Nein, ich kann nicht warten, ich habe einen Fahrplan zu erfüllen").

Kaum zu glauben, was den Inhaber einer ArosaCard auch sonst noch so an Annehmlichkeiten erwartet: Wie von Kobolden vorbereitet wurde uns bei Murats Geburtstagsgrillerei frisch gehacktes und gestapeltes Holz serviert (im Gegensatz zum leckeren Straußenfilet, das nach einer weiteren Bratwurstorgie in dunklen Kanälen verschwand). Und das erstaunlichste: Die Straßenbeleuchtung von Arosa beleuchtet den Eichhörnliweg sogar nachts!

Bleibt noch festzuhalten, dass sich in so einem Aufenthalt in den Schweizer Bergen manchmal auch die Sprachgewohnheiten ändern ("Abig, Morgig, Wittig") und bei einer Prosecco-Tagesabdichtig im Bademantel am Ende alle international oder sogar nonverbal kommunizieren. "Quiet Please", bat Helmut, als Mandy und Hagen aus der Lausitz durch einen lauten Windstoß Kenntnis von ihren Nachbarn nahmen. Lustig war's, und schon jetzt steht fest: 2011 kommen wir wieder – dann mit einem um 11 Kilo erleichterten Ceyhansen, den anderen osmanischen Freunden, einer unbestimmten Zahl an Bratwürsten und Ayingers. Einmalig war's wieder mal. Oder wie der Schweizer sagt: Herrlig!

P.S.: Es war Wittich noch ein Anlegen, die Geste des Wochenendes lautmalerisch festzuhalten. Kleine Erinnerung an das Spiel gegen La Familia: *Übersteiger* *Übersteiger* *Übersteiger* (Grummelnder Teamchef) *Übersteiger* *Übersteiger* - ZACK!

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